Medienwirksam haben die ersten “Freiwilligen”, oder doch besser gesagt: bedingt Willigen, das Handtuch geworfen. Die Begründen sind geradezu niedlich. Probleme mit frühem Aufstehen, ausführen von Befehlen usw. Gar mancher zivil Arbeitende wird sich die Augen reiben, denn auf seinem Arbeitsplatz kann man auch nicht kommen und gehen wann man will und nur tun wozu man lustig läuft auch nicht in einem normalen Betrieb. Der Spitzenkandidat der Flüchtenden hat sich noch eine Auszeit an der Uni verordnet. Für ihn befürchte ich allerdings, dass er danach doch eine Menge einstecken muss. Da sagen wir schon mal: Willkommen im wirklichen Leben. Mit einem Unterschied, beim Bund darf man sich noch beschweren, in der Wirtschaft entfällt dieses Privileg.


Nun ist der erste Eurohawk endlich eingetroffen. Die Möglichkeiten sind beeindurckend. Dennoch frage ich mich, wozu wir ihn eigentlich brauchen. Selbst die Marine hat bald nur noch genauso wenig an kämpfender Truppe zu bieten wie das Heer. Von weiteren Lücken durch den Wegfall der Wehrpflicht noch gar nicht zu sprechen. Also Infos für Soldaten die es gar nicht mehr gibt?


Wie bei allen politik- und medienträchtigen Ereignissen, und nichts
anderes sind der Sprengstoffanschlag und das Attentat in Utoya, für selbige, fällt schon nach kurzer Zeit die Orientierung schwer.
Was den Täter, das “mutmaßlich” können wir uns sicherlich sparen,
wirklich getrieben hat wird wahrscheinlich nur er selber wissen. Die von
Eugen Sorg beschriebene Sucht nach einem Allmachtsgefühl wird sicherlich 
eine Rolle gespielt haben. Ob er auch generell ein Psychopath ist
vermag ich nicht zu beurteilen. Erschreckend finde ich allerdings, dass
diese Tat schon wieder instrumentalisiert wird, bevor auch noch der
erste Tote begraben wurde. Und zwar von allen Fraktionen.

Gedanken am Rande.

Mit dem Doppelattentat ist Anders B. Breivik sogar etwas wie eine
Schwarmtaktik gelungen. Man mag sich nicht ausmalen was passiert wenn
tatsächlich einmal mehrere Gruppen Angreifer zeitgleich zuschlagen.

Obwohl sehr zahlreich war die Opfergruppe unbewaffnet. Nach zahllosen
Attacken auf wehrlose Opfer, dank mangelnder Polizeipräsenz, muss das
Bestreben der Politiker nach völliger Entwaffnung des Volkes als Irrweg
bezeichnet werden.

Viel wissen wir über die gesellschaftliche Situation in Norwegen nicht.
Auch nicht viel über die von Anders B. Breivik angeprangerte
Ausländerproblematik. Lediglich wurde bekannt, dass alle Fälle von
Vergewaltigungen in Oslo in 2010 auf das Konto von Afrikanern gingen. So
wäre ein solches Attentat eher von deren Opfern oder den Verwandten und
Freunden von Vergewaltigungsopfern zu erwarten gewesen. Und dann eben
gegen Afrikaner. Insofern ist das Selbstbild von Anders B. Breivik schon
interessant. Ob er sich als Kreuzritter sieht?

Ein Attentat mit den Begründungen von Anders B. Breivik hätte ich auch
eher in Frankreich, Belgien oder Spanien erwartet, da die Situation mit
Ausländern dort erheblich prekärer ist. Und dort auch nicht von einem
Einzeltäter.

Irgendwo stand, “nichts wird wieder wie es vorher war”. Da wette ich
aber, dass hier zu differenzieren ist. Die Medien werden wir immer bald
das Interesse verlieren. Auch die Politik wird sich schnell wieder
beruhigen. Sobald das Sommerloch vorbei ist. Einzig für die Hinterbliebenen der Opfer und die Überlebenden hat sich das Leben für immer verändert. Aber auch sie werden dem Blick der Öffentlichkeit entschwinden. Ihnen gilt mein Mitgefühl und meine Solidarität. Die anderen sollen sich zum Teufel scheren.


Es war natürlich ein dicker Hund, dass Reporter der ARD einfach so in Kasernen marschieren konnten. Aber ist dies ein Verschulden der Bundeswehr? Auf den gezeigten Bildern waren nur zivile Wachen erkennbar. Auch ein Ergebnis der politisch gewollten Reduzierung der Bundeswehr. In meinen aktiven Tagen stand da noch eine militärische Wache. Heute wird dieser Service ausgeschrieben und der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag. Der Dienst ist an Langeweile wohl kaum zu überbieten, weshalb das Personal mit der Zeit zwangsläufig schlampig wird. Mein Vorschlag also, die Bundeswehr wieder aufbohren, so dass der Wachdienst wieder von Soldaten wahrgenommen werden kann, für die die Wache die Ausnahme ist.


Ohne Zweifel ist die Bundeswehr sehr kopflastig geworden.  Als Ergebnis der mittlerweile jahrzehntelangen Reduzierungen. Die konnten, da man sie ja zügig umsetzen wollte, nur in den Bereichen mit besonders vielen Wehrpflichtigen und Zeitsoldaten erfolgen. Also bei den Bataillonen. Stäbe und Ämter blieben somit weitgehend unbehelligt, da man, geltendem Recht folgend, die Kameraden nicht einfach nach Hause schicken konnte. Soweit, so schlecht.

Die kolportierten Zahlen sind aber trotzdem nicht korrekt. Sicherlich bringen England und Frankreich mehr “boots on the ground”, aber so wenig sind es bei der Bundeswehr denn auch nicht. Ca. 7.000 Mann haben wir sowieso im Einsatz. Dazu müssten die gerechnet werden, die gerade im Einsatz waren und die gleiche Menge, die sich gerade wieder darauf vorbereitet. Also mindestens 22.000 Soldaten. Wenn man dann noch ernsthaft kratzen würde, kämen auch noch etliche dazu.

Außerdem legen wir vielleicht im Gegensatz zu anderen Nationen noch wert darauf den Friedensbetrieb weitgehend aufrecht zu erhalten, während in anderen Ländern die Regimenter geschlossen aus der Kaserne marschieren und dann den Schlüssel über den Zaun werfen. Alles eine Frage der Philosophie.

Anscheinend gibt es keine Meldung mehr, die man nicht hinterfragen muss.