Wenn das letzte Atomkraftwerk stillgelegt und die letzte Fabrik Pleite gegangen ist werden die Gutmenschen feststellen, dass man auch Moral nicht essen kann.
Ein Energiefachmann bin ich nicht, weshalb ich mit indirekten Indizien arbeiten muss. Normalerweise ist es politischer und wirtschaftlicher Selbstmord sich gegen den Mainstream zu stellen. Wenn also die Zahl der Warner vor dem Abschalten der Atomkraftwerke immer zahlreicher und lauter werden muss es verdammt ernst sein. Anderfalls würden sie die Kiste einfach laufen lassen. Ich vermute daher, dass die Bundesregierung in der Tat industriellen Selbstmord begeht. Diese Hybris kann eigentlich nur irgendwelchen Allmachtsvorstellungen entspringen, weshalb die Bediensteten des Bundestages vielleicht der Einfachheit halber weiße Kittel anziehen sollten.
Eins wollen wir bei aller Trauer um die Toten und der verzweifelten Suche nach einem Schuldigen dann doch nicht vergessen.
Die Love Parade war der größte öffentliche Rauschgiftmarkt in Europa auf Steuerzahlerkosten mit Polizeischutz.
Wie es anderen geht weiß ich nicht, aber immer wenn es Verluste gibt hoffe ich, dass ich die Opfer nicht kenne. Einmal hat mir diese Erfahrung gereicht.
Nun bin ich bei den aktuellen Opfern in Taloqan ziemlich sicher, dass ich sie nicht kenne. Den gefallenen Major eh nicht und den Feldjäger mit ziemlicher Sicherheit auch nicht. Letzterer wird in den Medien als Bodyguard bezeichnet. Wieder ein Beispiel, wie weit die Presse vom wirklichen Leben entfernt ist. Im Einsatz spricht man von CPTs (Close protection Team).
Posthum ist festzustellen, dass er seinen Job bestens ausgeführt hat. Zumindest hat er seinen General bestmöglich geschützt. Das eigentliche Ziel des Anschlages dürfte allerdings aus nahe liegenden Gründen General Daud Daud gewesen sein.
Gedanken mache ich mir allerdings um eine anscheinend ebenfalls verletzte Soldatin, die eventuell auch zum CPT gehörte. Neben einer solchen Dame der Feldjägertruppe habe ich noch im April in der Trall von Kabul nach MES gesessen.
Nach meiner Heimkehr wurde ich zuerst weniger zu meinem Einsatz befragt als zu dem verabschiededeten Verteidigungsminister.
Nun gut, aus meiner Sicht ist er zu spät gegangen. Lieber wäre es mir gewesen, wenn er Geschichte geworden wäre bevor es die von ihm beendete Wehrpflicht geworden ist. Damit ist auch er nur dem Zeitgeist gefolgt. Die Folgen werden auch in diesem Fall folgende Generationen zu tragen haben.
Ein unseliger VM Rühe sagte einmal: ” Wir sind von Freunden umzingelt. So lange man die Kraft der stärkeren Bajonette setzen kann (Napoleon), braucht man sich um Verbündete keine Gedanken machen. Interessant wird es, wenn man keine Armee mehr hat oder nur noch eine Marginale. Automatisch wird dann die Zahl derjenigen steigen die Beute wittern. Der Blick nach Lampedusa verheißt dabei nichts Gutes.
Wie Thomas Wiegold auf Augen Geradeaus richtig festgestellt hat, wird der Tod von General Daud Daud Konsequenzen haben.
Kennen gelernt habe ich General Daud Daud bei der Übergabe von Gebäuden der ANA EngrS im Dezember 2010. Einfach ausgedrückt, der Typ Teufel mit dem man den Belzebub austreibt. Aber nach dem Motto er ist ein Schurke aber eben unser Schurke. Mit ihm wird ein konsequenter Gegner der Taliban fehlen. Allerdings war er auch ein Vertreter der korrupten Regierung und sein Ansehen mehr durch seine Machtposition geprägt als durch einen integeren Charakter. Was für das Land nun besser gewesen wäre wird sich zeigen.