Meine bisher lediglich auf Vermutungen basierende Prognose künftiger Konfliktherde wurde jetzt freundlicherweise von der Welt mit Zahlen unterfüttert, die selbst ich, obwohl ich diesen Trend schon vermutet hatte, erschreckend finde.
Die Ausgangslage ist klar und mit Blick auf die menschliche Natur braucht man für die Folgen auch nicht allzu viel Phantasie aufbringen. Sowohl in China als auch in Indien wird es mittelfristig zu einem drastischen gesellschaftlichen Wandel kommen. Auch auf dem Heirats- bzw. Familienmarkt gilt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Vorbei werden die Zeiten sein, dass Familien der Tochter eine Mitgift zahlen müssen. In Zukunft wird die Familie des heiratswilligen Mannes Geld auf den Tisch legen müssen um überhaupt noch eine Frau bekommen zu können. Selbst wenn die Herren über den ganzen Globus ausschwärmen könnten, wird dies nicht zur Bedarfsdeckung reichen. Besonders Männer der ärmeren Schichten werden leer ausgehen.
Hier liegt das besondere Risiko, dass sich die entsprechenden Staaten mittels Kriegen der überschüssigen und unzufriedenen Männer entledigen wollen. Es wäre naiv zu glauben, dass diese Staaten sich an westlichen Maßstäben orientieren. In China hält es sich noch im Rahmen, da China mittlerweile nur noch über eine Armee verfügt, die mehrheitlich aus Einzelkindern besteht. Eltern, die einen weiblichen Fötus abtreiben ließen, werden nicht still zusehen wie ihr Wunschkind verheizt wird. In Indien, wo wir meist über zweite, dritte, wenn nicht mehr Söhne sprechen, werden sogar die Familien etwas großzügiger sein, wie die Erfahrung aus anderen Ländern lehrt.
Die Lunte brennt also schon. Es wird sinnvoll und notwendig sein, die Entwicklung genau zu beobachten. Der Raub der Sabinerinnen wird dagegen ein Sandkastenspiel gewesen sein.