Doch etwas überraschend muss man feststellen, dass die Berichterstattung unserer Medien, im mal wieder heißen Nahostkonflikt, nicht ausschließlich pro Palästinensisch ist. Tatsächlich wird immer öfter auch mal auf die Probleme der Israelis mit ihren netten Nachbarn hingewiesen. Wenn denn nun auch noch unsere Politiker begreifen, dass das einseitige Eindreschen auf Israel die Probleme nicht lösen wird, kommt man vielleicht doch einmal auf einen Plan der eine Chance hat.

Die Faktenlage ist auch eigentlich erdrückend, sofern man sie denn wahrnehmen will. Seit dem Rückzug der Israelis aus dem Gazastreifen im Jahre 2003 haben die Palästinenser über 6000 Raketen auf Israel abgeschossen. Dabei gab es ein paar Tote, viele Verletzte und Verstümmelte. Eine eigenartige Bilanz für einen Waffenstillstand. Da soll man wirklich nicht zum Zyniker werden? Aber Israel hat es erduldet bis die Hamas auch noch diesen, praktisch nicht eingehaltenen, Vertrag gekündigt hat und sogar noch anfing mit Raketen größerer Reichweite zu schießen. Wenn man einen Strich unter die palästinensischen Provokationen zieht kommt einem die israelische Reaktion schon eher moderat vor.

Israel hatte keine Alternative zu diesem Angriff. Auf solche Ideen können auch nur westliche Politiker kommen, die in ihren eigenen Staaten weder die Finanz-, noch die Gesundheits-, noch die Renten- und schon gar nicht die Einwanderungspolitik im Griff haben. Eine Farce, was sich europäische Politiker derzeit erlauben anstatt dem einzigen Rechtsstaat der Region den Rücken zu stärken.

Ist die Misere überhaupt zu lösen? Natürlich, aber dies würde Mut erfordern. Europa hat dabei wenige, aber wirksame Mittel. Die einfachste und sicherste Methode wäre den Palästinensern den Geldhahn zu zudrehen. So lange für eine Patrone für ein AK 47 in Gaza mehr als 10 mal so viel bezahlt wird wie bei Frankonia, kann etwas nicht stimmen. Ein mehr als deutliches Indiz dafür, dass die Hamas mit unseren Hilfsgeldern etwas ganz anderes macht als wofür es gedacht ist. Dazu noch einen ordentlichen Druck auf die anderen Sponsoren der Gewalt im Iran, in Syrien und Saudi Arabien und schon werden pragmatische Palästinenser am Verhandlungstisch sitzen.

Derzeit sollten unsere Politiker also erst einmal abwarten bis Israel mit der Hamas fertig ist. Denn die völlige Zerschlagung dieser Organisation ist letztendlich das Ziel dieser Offensive. Ist dies überhaupt möglich? Eine reguläre Armee gegen Guerillakämpfer? Selbstverständlich und nur militärische Laien glauben an die chronische Unterlegenheit normaler Soldaten. Diese haben aber die bessere Ausbildung, vielleicht sogar die bessere Ausrüstung aber auf jeden Fall die bessere Aufklärung. Die Verluste der IDF sprechen da aktuell eine deutliche Sprache, besonders wenn man sie mit der Offensive gegen die Hisbollah vergleicht. Die IDF hat ihre Lektionen gelernt. Entscheidend wird aber nicht die physische Vernichtung der Hamasanhänger sein, sondern der Vertrauensverlust in den eigenen Reihen. Wer gehört schon gern zu einer Truppe von Verlierern? Egal welche Propaganda die Hamas noch anwendet, an einem Punkt kommt sie nicht vorbei, sie hat den israelischen Streitkräften nichts entgegen zu setzen und mit der Kündigung der Waffenruhe den Kampf auch schon verloren. Ein klarer Fall von Selbstüberschätzung.



One Response to “Gazakrieg”
  1. 1
    alendeckel Says:
    14:27

    Und nun ?
    Kann mir kaum vorstellen das Israel seine Ziele erreicht hat. Habe schon die ersten Berichte auf N24 und CNN gesehen wie nicht zerstörte bzw.schnell wieder zu reaktivierende Tunnelsysteme von Ägypten nach Gaza wieder in Betrieb genommen werden. Die Kassam-Rakten und Hamas-Stellungen sind vielleicht geschwächt aber nicht zerstört. Was hat das nun gebracht ? War das ein Intermezzo solange die US-Regierung gelähmt war ? Bis auf eine massive Zerstörung der Infrastruktur und immense Kosten für den Wiederaufbau (ca.2 Billionen US-Dollar) hat sich doch nichts geändert. Ein Krieg und Verluste für nichts in meinen Augen….

    in meinen Augen geht es nur so :

    Palästina :

    - die Palästinenser müssen vollends auf Gewalt verzichten
    - den Staat Israel bedingungslos anerkennen
    - Siedlungen i.d.Westbank anerkennen und diese als Minderheit in einen eigenen Staat aufnehmen
    - eine selbst kontrollierbare Polizei und Militär installieren
    - Einigung zwischen Fatah und Hamas
    - gesteckte Ziele relativieren und aufgeben

    Israel :

    - Ost-Jerusalem aufgeben
    - den Golan räumen
    - die West-Bank räumen
    - 2 Staaten-Lösung akzeptieren
    - Grenzen öffnen
    - Siedlungen in der Westbank unter paläst.Kontrolle zuslassen
    - Wasser, Seerechte und andere Resourcen gerecht aufteilen
    - exteritoriale Verbindung zwischen Gaza und Westbank schaffen (Transit-Strasse)

    etc.

    das scheint mir aber alles mehr als unmöglich unter den extremen beider lager…

    vielleicht wäre (utopisch) ein “grossstaat” israel-palestina das beste…aber das ist völlig unmöglich… ich denke …wir bleiben am thema…weil wir es kaum erleben werden das diese streitigkeiten in unserer generation gelöst werden…

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