Die Diskussion ist voll entbrannt, aber die Bundesregierung vermeidet das böse K Wort (Krieg) wie der Teufel das Weihwasser. Darin zeigen sich immer noch die Komplexe in Folge des II.WK aber auch ein starres Festhalten an traditionellen Vorstellungen und Definitionen.

Das Problem ist natürlich, dass niemand uns den Krieg erklärt hat, zumindest nicht als Staat. Aber es ist unbestreitbar, dass wir angegriffen werden. Derzeit nur in Afghanistan. Aber wird dies so bleiben und oder würde sogar ganz aufhören, wenn wir uns aus Afghanistan zurück ziehen?

Das Fragezeichen dahinter kann gar nicht groß genug sein. Das ergibt sich heute aus der Zusammensetzung der Taliban, in denen Al Quaida längst aufgegangen ist. Die Masse der so genannten Kämpfer kommt nicht mehr aus Afghanistan sondern aus Pakistan. Verstärkt wird diese Gruppierung durch Freiwillige aus der ganzen Welt, die bislang in den Irak geströmt sind und dort ihr Unwesen getrieben haben. Dank der Taktik von General Petraeus aber vertrieben wurden.

Das Ziel dieser mutierten Taliban wird also nicht die Befreiung Afghanistans sein, denn da hätten besonders die Freiwilligen ihr Engagement im Irak verstärken können um die Alliierten zuerst dort zu schlagen. Darin lag aber auch der Keim der Niederlage der Kämpfer im Irak. Es ging ihnen eben nicht um die Bevölkerung, die unter ihrem Terror schwer zu leiden hatte und sich gegen sie wandte. Vielmehr ging es um die Ausübung von Gewalt und Macht an sich unter der Fahne des Propheten mit dem vorgeschobenen Feindbild „der Westen“ bzw. die USA als deren größter Repräsentant. Mit dieser Zielsetzung agieren sie nun in Afghanistan und wieder mit unmenschlicher Brutalität gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Dieses Vorgehen lässt nur den Schluss zu, dass es den Taliban um die Verbreitung ihres Weltbildes und ihrer Ideologie um jeden Preis geht. Zumindest in diesem Rahmen findet also ein Kampf der Kulturen statt, oder wie auch immer man das definieren will, was die Taliban vertreten. So gesehen ist es ein Krieg, allerdings mit anderen Dimensionen. Ein Rückzug aus Afghanistan würde daher auch nicht automatisch zu Frieden führen, schon gar nicht für die Afghanen. Vielmehr werden sie sich neue Ziele suchen. Eventuell auch in Deutschland. Damit gewinnt das Zitat von Peter Struck, Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt, auch die richtige Bedeutung.



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