Leider verrät uns Christine Möllhoff wenig über die Hintergründe der wachsenden Gefahr in Afghanistan. Unerwähnt bleibt so der durchschlagende Erfolg des Anbar Modells von US General Petraeus, mit der Folge, dass Al Quida Terroristen den Irak in Richtung Afghanistan verlassen. Neue internationale islamistische Fanatiker suchen direkt den Weg über Pakistan nach Afghanistan. Diese Entwicklung entstand, weil Afghanistan aus Sicht der Terroristen die größten Erfolgsaussichten bietet. Mit Waziristan in Pakistan bietet sich den Terroristen eine ideale Operationsbasis. Die wahrgenommene Schwäche der ISAF ergibt sich aus der Auswertung der westlichen Presse. Die wenigsten Truppensteller kommen ihren zugesagten Verpflichtungen nach. Alleine das Schauspiel, das in Deutschland geboten wird muss einem Al Quaida oder Taliban Kommandeur wie eine Satire vorkommen. Dringend benötigte Truppen werden abgezogen weil die „Kontingentobergrenze“ sonst überschritten würde. Der Einsatz von AWACS wird diskutiert, weil man damit ja auch im Iran und Pakistan aufklären könnte. Ja woher sickern denn die Terroristen ein? Bei jeder vernünftigen militärischen Forderung brechen erst einmal Debatten aus. Grundsätzlich war der Parlamentsvorbehalt einmal eine gute Sache, zumindest in Zeiten des Kalten Krieges. Doch haben sich die Zeiten geändert und unsere Feinde, nichts anderes sind Al Quaida und Taliban, können sich darauf verlassen, dass unser Parlament die Bundeswehr erst reagieren lässt, wenn es zu spät ist. Eine deutlichere Einladung für den Terrorismus an der Eskalationsschraube zu drehen wird man wohl kaum finden. Erfolgsgarantie inklusive.