Der Ton gegenüber Altbundespräsident Herzog ist rüde geworden, was als Zeichen dafür gelten darf, dass er einen wunden Punkt getroffen hat. Doch hat die Ausbeutung der noch verbliebenen Jüngeren sicherlich eine Grenze, irgendwo wird der Punkt erreicht sein, wo diese sich zur Flucht, sprich Auswanderung, entschließen werden. Und dann können alle Sommers, Geisslers und Lafontaines noch so zetern, wenn selbst die Krümel vom Kuchen gegessen sind gibt es eben nichts mehr zu verteilen. Zu Recht prangert Roman Herzog die Tatenlosigkeit der Politiker an. Zu der fatalen demographischen Entwicklung kommt noch die Staatsverschuldung, die trotz Aufschwungs wegen der Maßlosigkeit der Regierenden weiter wächst. Auf Dauer wird sich also die Rente nicht einmal aus Steuermitteln finanzieren lassen. Das Bruttosozialprodukt lässt sich auch nicht einfach mal eben steigern. Jahrzehntelange verfehlte Wirtschafts- und Bildungspolitik haben schon Lücken wie bei der Demographie hinterlassen. Aus Berlin ist nicht einmal das kleinste Signal zu einer überfälligen Wende zu erkennen. Im Januar 1914 hat auch Kaiser Wilhelm gedacht, dass sein Reich immer so weiter bestehen würde. Vier Jahr später war er schlauer.



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