Die Forderungen des Fact Finding Teams für die zu stellende Quick Reaction Force für ISAF waren sehr konkret. Was dabei herausgekommen ist lässt sich an einem einfachen Beispiel erläutern. Gefordert wurden 450 Mann einschließlich eigener Logistikomponente. Die Norweger hatten 350 Mann und die Bundesregierung wird jetzt 200 Mann entsenden, ohne eigene Logistik natürlich. Na kann ja sein, dass 200 deutsche Soldaten mit einem über 30 Jahr alten Marder und 20 mm Kanone leistungsfähiger sind als 350 Norweger mit einem hochmodernen CV 9030 N und 30 mm Kanone.

Die Analyse lässt nur einen Schluss zu, nämlich dass die Bundesregierung schon durch die Struktur des Einsatzverbandes verhindern will, dass dieser überhaupt eingesetzt werden kann. Jeder Laie kann sich an fünf Fingern abzählen, dass unsere Truppe hier kein adäquater Ersatz sein kann.

Die Bundeskanzlerin kokettiert gerne damit, dass sie vom Militär keine Ahnung hat. In diesem Fall hätte sie sich aber besser einmal richtig kundig gemacht. Ein schwacher Gegner war schon immer eine Einladung für einen Angreifer. Sollten die Taliban diese Einladung annehmen und die Airbusse entsprechend mit Särgen in Bonn landen, wird nicht nur der Kopf des Verteidigungsministers fällig sein. Eins lässt sich nämlich dann nicht mehr delegieren: die Verantwortung. Die liegt bei der Politik.