Kurz vor der Irak-Invasion schätzte US-Verteidigungsminister Rumsfeld die Kosten für diese Operation auf 50 Milliarden US-Dollar. Schnell, effizient und kostengünstig wollte die US-Regierung Saddam beseitigen und die Demokratie importieren. Fast fünf Jahre später hat der Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz eine Zwischenrechnung gemacht: Der Militäreinsatz, die Versorgung von Veteranen, die Kriegszinsen und der Abzug werden den amerikanischen Steuerzahler 2 Billionen US-Dollar kosten – wenn alles glatt läuft. Eine astronomisch hohe Summe.
Während Deutschland diskutiert, noch mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken, versinkt das Land immer tiefer in Gewalt und Korruption. In den letzten Wochen erlebte Afghanistan die schlimmste Anschlagserie seit Beginn des Krieges. Noch nie waren die Aussichten so düster, den Kampf gegen Taliban, Drogenbarone und Aufständische zu gewinnen. Die Bundesregierung verweist auf ihre Erfolge im Norden des Landes. Doch die neuesten Zahlen der Vereinten Nationen belegen: Opiumanbau und -handel liegen auf Rekordniveau. Die Repressionen gegen Frauen nehmen wieder zu. Und Warlords rekrutieren ihre Kämpfer ausgerechnet bei der von Deutschland ausgebildeten Polizei. Nicht nur Bundeswehrsoldaten, die sich jetzt auf mögliche Kampfeinsätze vorbereiten, fragen sich: Wofür kämpft Deutschland eigentlich am Hindukusch?
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Isolierte Zahlen sehen schnell unbedeutend oder eben astronomisch aus. Setzen wir die Kosten des Irakkrieges ins Verhältnis zu denen des II.WK sind sie allerdings schon wieder “Peanuts”. Daraus ergibt sich die Frage, ob es uns Deutschen lieber wäre, wenn die US Steuerzahler schon damals auf diese unnötigen Kosten verzichtet hätten. Aber es soll ja immer noch Leute geben, die dem Führer nachtrauern. Also ähnlich wie bei Saddam Hussein.
Davon trennen mus man eindeutig Afghanistan. Erfolge sind da, aber es läuft nicht alles glatt, weil eben nicht das Notwendige getan wird, sondern das, was man für politisch “durchsetzbar” hält. Mit Rücksicht auf die Opposition und die öffentliche manipulierte Meinung tut man der Sache, eben Frieden für Afghanistan, keinen Gefallen.
Die Anschlagserie hat zwei Seiten. Oberflächlich wird sie als Eskalation wahrgenommen, was aber nicht einmal der halben Wahrheit entspricht. Einmal hat das Anram Modell der US Army im Irak erfolg und die Terroristen fliehen nach Afghanistan um dort ihr Unwesen zu treiben. Zweitens kommt es zu den Anschlägen, weil die Mittel und das Personal für einen klassischen Guerillakrieg nicht mehr zur Verfügung stehen. Also ein Erfolg von ISAF und OEF! Auch werden kaum noch die Koalitionstruppen und die ANA angegriffen sondern vornehmlich zivile, also weiche Ziele, da dort das Risiko geringer ist. Fakt ist, dass die Taliban auf der Verliererstrassse sind.
Die Korruption in der Regierung Karzai ist ein politisches Problem und wäre von den Regierungen der Truppensteller zu lösen. Dazu gehört aber politischer Wille.
Die Rechte der Frauen kann man erst stärken und den Drogenanbau bekämpfen, wenn der Kampf gegen die Taliban gewonnen ist. Aber auch dazu gehört ein politischer Wille und kein runder Tisch.