Man könnte tatsächlich meinen, dass Roland Koch die Wahlen verloren hat. Dies ist aber nur auf den ersten Blick richtig, denn spätestens, wenn man sich ansieht wer der Gewinner ist, weiß man auch wer der wirkliche Verlierer ist.

Gewonnen haben eindeutig die Linken. Sie sind zweifelsohne zur 5. Macht im Staate aufgestiegen. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Wähler sich haben suggerieren lassen, dass mit reiner Umverteilung das Gemeinwohl zu steigern ist. Wohl auch unter dem Eindruck der Werksschließung von Nokia in Bochum entstand bei simpler gestrickten Gemütern der Eindruck, dass dies durch andere Gesetze hätte verhindert werden können. Schon wieder fällt das Hetzwort „Raubtierkapitalismus“. Leider wird hier aber nicht zu Ende gedacht. Sobald sich eine Firma nur noch durch Zwang am Standort halten lässt ist auch die Mauer nicht mehr weit. Die Leistungsträger unserer Gesellschaft werden immer öfter die Nase voll haben und ihr Glück dort suchen, wo sie noch etwas von ihrer Arbeit haben. Die DDR lässt grüßen und der Verlierer ist tatsächlich der Bürger. An die Alternative einer besseren Wirtschaftspolitik, die aus dem Arbeitsmarkt einen Anbietermarkt macht, denkt niemand.



3 Responses to “Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen”
  1. 1
    Igor Says:
    12:06

    Es ist sicherlich richtig, Kapitalismus funktioniert so wie es Nokia tut. Die ganze Subventionspolitik muss überdacht werden. Aber an Vereinbarungen muss sich auch Nokia halten, die wurden aber nicht alle eingehalten. Daher finde ich einen Protest durchaus angebracht.

    Igor

  2. 2
    alend Says:
    15:10

    Das die Linke in beide Parlamente eingezogen sehe ich durchaus positiv obwohl ich wahrlich kein Sozi oder Linker bin ;macht aber nichts.Klar erschwert ein 5-Parteien-System die polit.Willens-und Koalitionsbildung (siehe Hessen) aber die etablierten Parteien haben jahrelang darauf hingearbeitet und die PDS nur als Osterscheinung gesehen, sie belächelt und öffentlich der Lächerlich preisgegeben…was nicht nur hunderttausende/millionen Wähler im Osten vor den Kopf stösst sondern auch linke Sozialdemokraten da die Linke heute im Grunde die alte Programmatik der SPD vertritt.Die Abkehr der SPD von ihren sozialdemokratischen Grundwerten unter Schröder mit der Agenda 2010 riefen doch erst die Geister die ihnen heute die Stimmen zu Hauf wegnehmen.Alle wollten in die polit.Mitte…und zwar so sehr das zwangsläufig Räume freiwerden links und rechts eben dieser nichtssagenden und weichgespülten Mitte.Keiner wollte und will mehr Profil zeigen und sich als links,linksliberal, konservativ oder gar rechts bezeichnen.Das haben sie nun davon.Und hier handelt es sich in der Hauptsache um eine mittlerweile mit Abstrichen gemässigte PDS mit vielen Protstwählern und ehemaligen SPD-Mitgliedern die sich im Sammelbecken WASG wiedergefunden haben.Also alles halb so schlimm würde ich sagen.Aber gegen eine offensive Opposition habe ich nichts…wer war denn im Bundestag noch Opposition ? Niemand.

  3. 3
    alend Says:
    18:52

    Protest kann und soll man ruhig machen um hiesige Arbeitsplätze zu schützen,ja.
    Ohne jetzt aber näher darauf eingehen zu wollen habe ich aber unlängst einen schönen Bericht gelesen wie sich unsere Großkonzerne in Schwellenländern eingenistet haben um dort für einen Hungerlohn die Leute vor Ort auszubeuten.
    Das ist auch nicht ok.Da arbeiten Menschen für 1,50 pro Tag um uns dann wiederum den MP3-Player für 20 Euro anzubieten oder die Microwelle für 40 Euro. Wir können zu Recht die Zustände vor Ort anprangern..sollten aber auch unsere Konzerne unter die Lupe nehmen die ihre Produktion ins Ausland verlagert haben. Wenn man nämlich mal genau hinschaut ist ein Boykott von Nokia völlig sinnlos wenn man weiss wo Siemens,BWM,VW und viele andere Dax-notierte Konzerne herstellen lassen (siehe Zulieferer)…und das ist zu einem beträchtlichen Teil nicht Deutschland.Dann müsste man heute alle boykottieren und gegen alle protestieren.Wie gesagt…das sich Nokia nicht an Absprachen gehalten hat sollte und müsste vorher auch aufgefallen sein..wenn nicht ist das doch “unsere” Schuld nicht vorher dagegen angegangen zu sein und nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…oder nicht ?

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