Man kann es drehen und wenden wir man will, bislang sind aus den 600 Mrd $ Entwicklungshilfe für Afrika nicht viel rausgekommen. Die Forderung nach noch mehr Geld oder gar Wiedergutmachungszahlungen, wie sie Muammar el Gaddafi unter Androhung von Gewalt einklagt, ist schon einer Überprüfung wert. In der Praxis sieht es so aus, dass die meisten afrikanischen Regierungen die Entwicklungshilfe dazu nutzen, um ihre Macht zu erhalten und auszubauen. Bei den Methoden sind sie da nicht wählerisch. Die Kritik von Kanzlerin Merkel ist mehr als berechtigt, trifft aber nur die Spitze des Eisberges. Besonders die Herren, die Robert Mugabe zur Seite sprangen gehören direkt mit auf die Anklagebank. Verbale Kritik ist aber nicht der Weg, die Probleme zu lösen. Weder die der Menschenrechte noch der Grundbedürfnisse. Das einzig wirksame Mittel wäre die Streichung aller Mittel. Dies würde in den Empfängerländern entweder zu einem Regierungswechsel führen oder die notwendigen Reformen erzwingen. Ein Aufschrei der westlichen Entwicklungshilfeindustrie wäre zwar sicher, denn diese lebt schließlich von dem gepflegten Elend, aber das Ergebnis wäre im Sinne der Betroffenen und Steuerzahler. Da lobe ich mir auch die Briten, die dem Gipfel den Rücken gekehrt haben, weil sie sich so ein Theater nicht bieten lassen.

Peter Müller
Seidenstrasse 3
47906 Kempen

Leserbrief an die Rheinische Post.Â