Wieder einmal frönt die deutsche Presse ihrer Lust jede Gelegenheit zu nutzen auf US Präsident Bush einzuschlagen. Diesmal aufgrund des zusammengefassten Berichtes der Geheimdienste zum Atomprogramm des Irak. Das der amerikanische Präsident einen solchen Bericht aus seinem Zuständigkeitsbereich nicht unterdrücken könnte glaubt wohl niemand ernsthaft. Es stellt sich also die Frage, welchen Zweck er damit verbindet eine solche Nachricht zu lancieren. Die weitere Entwicklung wird uns dazu die Antwort geben.
Interessanter weise stellt niemand die Frage nach der Qualität dieses Berichtes. Weder über das koreanische, noch das pakistanische oder gar das lybische Atomprogramm konnten die amerikanischen Geheimdienste bislang zuverlässige Informationen liefern. Wenn man den Bericht genau liest steht da auch tatsächlich nichts genaues drin. Anscheinend wollen sich die Dienste den Rücken frei halten. Anscheinend liegen dem israelischen Geheimdienst andere Informationen vor. Schon aufgrund seiner Personalauswahl hat der Mossad auch bessere Möglichkeiten im Iran an Informationen zu gelangen und wird diese sicherlich auch nutzen. Die Kritik Israels an dem Bericht wird nicht nur auf Basis seiner Rolle als bevorzugtes Ziel iranischer Aggressionen sein.
Auch die relative Entwarnung, wobei es eher um die Dringlichkeit und weniger um das Prinzip geht, machen aus dem Iran keinen Musterstaat und nehmen ihm nichts von seiner Gefährlichkeit. Eine eventuelle Einstellung eines Programms ist nicht gleichzusetzen mit der Aufgabe von Fähigkeiten. Eine Verstärkung des Druckes ist also immer noch notwendig.
Peter Müller
Seidenstrasse 3
47906 Kempen
Leserbrief an die Rheinische Post.