Dieses Jahr fand die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in der Pfarrkirche in St. Hubert statt. Die Ansprache hielt die stellv. Bürgermeisterin Mathilde Bildstein, deren Vater seit Anfang 1945 in Ostpreußen vermisst wurde. Ihr persönlicher Bezug gab ihren Aussagen dazu eine besondere Note und unterschieden sie von den üblichen platten Reden.

Ein kleiner Gedankenanstoß fehlte mir aber auch dieses Jahr wieder. Es wurde von den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gesprochen. Doch wird man der Sache damit wirklich gerecht? Ich meine, dass man hier unterscheiden muss. Auf der einen Seite die Toten der Gewaltherrschaft, als Opfer von Verbrechen, die unabhängig vom Krieg zu sehen sind. Dazu die zivilen Opfer des Krieges. Gibt es da keinen Unterschied zu den Soldaten? Das meine ich schon, und bei der Gründung der Volksbundes wurde dem auch Rechnung getragen. Nur heute übersteigt es unser Vorstellungsvermögen, da sich unsere Wertvorstellungen grundlegend geändert haben. Der Soldat des I. Weltkrieges war nicht einfach Opfer sondern opferte sein Leben für eine Sache, die er als wichtiger betrachtete. Unabhängig davon, dass es zu jeder Zeit auch jede Form von Charakteren gegeben hat, war es ein Teil des Zeitgeistes sein Leben und seine Gesundheit in den Dienst eines Systems zu stellen. Auf beiden Seiten der Fronten. Ein Manfred von Richthofen wäre wahrscheinlich äußerst erstaunt, wenn wir sein Schicksal als Kriegsopfer bemitleiden. Er würde uns nicht verstehen. Oder auch Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff, der sich mit Adolf Hitler in die Luft sprengen wollte, was nur durch Hitlers vorzeitige Abreise gescheitert ist. So gab es wohl eine Unzahl von Männern, die sich bewusst geopfert haben und unsere kollektive Angst vor dem Tod wohl nicht wirklich verstanden hätten. Ihnen sollte unser Respekt, aber nicht unser Mitleid gelten.



One Response to “Volkstrauertag”
  1. 1
    alend Says:
    15:26

    Der Volkstrauertag ist mir persönlich ein Anliegen durch diverse familiäre Opfer im WKI und WKII inkl.Vertriebener.Leider habe ich das Gefühl das er von offizieller Seite mittlerweile als weiterer “Schuldeingeständniss-und Sühnetag” missbraucht wird. Schuld im Sinne der Aufarbeitung des NS-Regimes.Damit kann ich nur schwer leben und muss über so manche Sätze der Redner hinweghören.Wie wir mit eigenen Opfern/Gefallenen des WK2 umgehen sieht man nicht nur an den rar gesähten Denkmälern für die Opfer der WK2 (im Gegensatz zu den Denkmälern des WK1) sondern auch über die Diskussion und den richtigen Platz für ein Denkmal gefallener Soldaten aus heutiger Zeit (siehe Thematik in Berlin).Muss man sich etwa schämen oder sich in eine politische Ecke drängen lassen wenn man den alten Soldaten Ehre und Respekt zollen will ? Es scheint so….

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