Folgenden Brief habe ich an unsere werte Frau Merkel geschrieben:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wohl wissend, dass ich mich selber zum Don Quichotte mache, schreibe ich Ihnen heute, damit meine Kinder nicht eines Tages zu mir sagen können: Du hast es doch gewusst, warum hast Du nichts getan.

Es ist eine Binsenweisheit, dass sich das Klima wandelt. Dies tut es, seitdem die Erde ihre Atmosphäre gebildet hat und damit zum ersten Mal Wetter stattfinden konnte.

Mit Fassungslosigkeit habe ich beobachtet, wie Sie auf den Zug der Klimapaniker aufgesprungen sind. Von Ihnen, als Bundeskanzlerin, habe ich mehr Bedacht und Vorsicht erwartet und die Anhörung unterschiedlicher Standpunkte. So wie Sie agieren entsteht der Eindruck, dass Sie sich einseitig durch den von Ihnen anscheinend sehr geschätzten Professor Rahmsdorf beraten lassen. Der Name Georg Delisle, Geophysiker bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, scheint Ihnen dagegen völlig unbekannt zu sein. Dessen Darstellungen orientieren sich sichtbar an wissenschaftlichen Ergebnissen und weniger an Weltuntergangsmodellen.

Es ist doch einfach bezeichnend, wenn der britische Richter Michael Burton die Verbreitung von Al Gore’s film „An Inconvenient Truth“ an den Grundschulen in England und Wales verbietet, selbst wenn dieser dafür einen Oskar und einen Nobelpreis bekommen hat. Als Begründung führt er an, dass der Film neun eklatante wissenschaftliche Fehler enthalte und kein wissenschaftlicher Dokumentarfilm sei sonder ein rein politischer.

Besonders interessieren würde mich in diesem Zusammenhang auch Ihre Position gegenüber dem Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, der dazu ein sehr lesenswertes Buch geschrieben hat. Es spricht für sein Format und sein Demokratieverständnis, dass er sich nicht vom Mainstream mundtot machen lässt. 

Wenn wir aus der Debatte, die immer mehr einem Glaubenskrieg ähnelt, einmal die Luft rauslassen und uns mit den Fakten beschäftigen, bleibt eigentlich nur der Schluss, dass absolut niemand auch nur annähernd etwas gesichert voraussagen kann. Sicher scheint aber, dass die Rolle des Menschen und damit des CO2 nur eine marginale Rolle beim Klimawandel spielt. Wobei das Interessante dabei ist, dass nicht einmal klar ist, ob sich die Temperaturen auf der Nordhalbkugel nach oben oder nach unten bewegen werden. Bekannt ist aber, dass sich das Klima auf der Südhalbkugel immer entgegengesetzt entwickelt, weshalb der Begriff global zumindest in Bezug auf das Klima falsch sein dürfte.

Nun wäre dies kein Problem, wenn nicht irrsinnige Summen in den sinnlosen Versuch investiert würden, das Klima bei bestimmten Temperaturen quasi festzunageln. Vielfach werden in übertriebener Eile auch noch Steuergelder in falsche Lösungen investiert. Erst ganz langsam macht sich die Erkenntnis breit, dass Windkraftanlagen nicht nur ökonomischer Irrsinn sind, sondern durch bisher völlig unterschätzten Vogelschlag auch noch die Fauna nachhaltig verändert wird. Um es einmal plastisch auszudrücken, 20% regenerative Energien in Deutschland wird wohl kein Seeadler mehr erleben. Mit weiteren Informationen zum Thema kann Ihnen sicherlich Herr Prof. Dr. Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamts Brandenburg, dienen. So kann man natürlich auch in die Geschichte eingehen.

Kein Zweifel besteht darüber, dass die Klimadiskussion auch ihre guten Seiten hat. Energiesparen und vernünftiger Umgang mit Ressourcen verringert die Abhängigkeit von den Lieferländern. Unverantwortlich ist es aber, den Schwerpunkt auf ein Thema zu legen, von dem niemand weiß ob es wirklich ein Problem wird, während an anderer Stelle die finanziellen Mittel fehlen um schon vorhandene Missstände zu beseitigen.

Die Mehrkosten, die Ihre Klimapolitik für mich mit sich bringt, gehen zu Lasten der Ausbildung für meine Kinder und meiner privaten Altersvorsorge. Der Kampf gegen den Klimawandel ist so sinnvoll wie ein Abwehrsystem gegen Meteoriteneinschläge.  Bitte prüfen Sie doch einmal differenziert die Sachlage und überdenken dann Ihren politischen Kurs, denn lange wird das so nicht mehr gut gehen können.

Folgende Antwort habe ich darauf erhalten:

Sehr geehrter Herr Müller,

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat mich gebeten, Ihnen den Eingang Ihres Schreibens vom 15. Oktober 2007 zu bestätigen.

Ihre Ausführungen und Ihre kritischen Bemerkungen wurden hier aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Für die Bundeskanzlerin sind Zuschriften, wie Ihre, wertvolle Orientierungshilfen. Alle Hinweise werden daher soweit wie möglich in die Arbeit einbezogen.

Kommentar:

Üblicherweise werden Antworten natürlich nicht von den Häuptlingen geschrieben, was aus zeitlichen Gründen einfach nicht geht. Es fällt jedoch schon auf, dass es sich um ein Standardabwimmelungsschreiben handelt. Auf die Sachlage wurde nicht eingegangen, wobei man meinen Brief der Zuständigkeit halber durchaus an das Umweltministerium hätte weiterleiten können.

Ein böse Interpretation wäre jetzt, dass Briefe wie meiner in den Ablagekorb „Contra“ kommen. Sobald sich eine Mehrheit für Contra abzeichnet wird die Politik geändert, da man ja auf Mehrheiten angewiesen ist um an der Macht zu bleiben. Anders wäre auch nicht zu verstehen, dass mein Brief eine „wertvolle Orientierungshilfe“ darstellt, denn wenn der Kanzlerin fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung ständen, könnte sie darauf verweisen und auf meine Meinung verzichten.

 



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