Sehr geehrter Herr Schütz,

der oben genannte Artikel wurde, wie ich vermute von Ihnen geschrieben. Da Sie bei dem Interview auf die Aussagen von Herrn Emmerich angewiesen waren, und diese der Natur der Sache entsprechend, sagen wir mal „selektiv“ waren, biete ich Ihnen meinen folgenden Leserbrief an.

Zur Ergänzung noch der Link zu einer wichtigen Quelle meiner Aussagen: http://www.wattenrat.de/wind/wind57.htm

Es geht mir vor allem darum, dass endlich rein populistische Projekte erkannt und eingestellt werden und wieder Geld für wirklichen Umweltschutz übrig ist.

Peter Müller
Seidenstrasse 3
47906 Kempen
Tel. 02151 8196128

Die beiden neuen Windkraftanlagen nördlich der B509 sind mitnichten der Einstieg in erneuerbare Energie im großen Stil, wie Dr. Rumphorst behauptet, sondern erst einmal ein großer Griff in die Haushaltskassen der Verbraucher. Die Firma NATENCO ist kein Wohlfahrtsunternehmen sondern Tochter von Financial Consulting, der es knallhart um Gewinne geht, in diesem Fall dank Erneuerbarem Energiegesetz auf Kosten der Bürger. In wieweit der Steuerzahler schon beim Bau der Anlagen durch Fördermittle beteiligt war ist mir nicht bekannt, doch in den ersten 5 Jahren stehen der NATENCO laut EEG 9,1 Cent pro kw/h zu. Macht bei 5,5 Mio kw/h rund eine halbe Million € pro Jahr. Auch bei mittlerweile über 15.000 WKA in Deutschland konnte bisher kein Kraftwerk stillgelegt werden, da es immer noch nicht gelungen ist Strom rationell zu speichern. Mit jeder Umdrehung eines Flügels steigt also unser Strompreis. Keiner der so fröhlich lächelnden Herren hat auch das zweifelhafte Vergnügen beim Blick aus den Fenstern seines Hauses auf den Propellerwald zwischen Kempen und Krefeld schauen zu müssen.

Ginge es nur um Geld, wäre das alles ziemlich egal. Aber wie sieht die ökologische Bilanz aus? Für jede Pommesbude muss eine Umweltverträglichkeitsstudie vorgelegt werden. Für WKA anscheinend nicht, obwohl längst ruchbar geworden ist, dass sich Tiere eben nicht wie behauptet an diese Monster gewöhnen. In einem Aufsatz spricht der Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, Dr. Freude, von einem unterschätzten Problem, und listet einen Teil der zufällig gefundenen Opfer von WKA auf. Darunter selbst Seeadler und Fledermäuse. Besonders betroffen sind Großvögel, was sogar den sonst ökofundamentalistischen NABU auf den Plan ruft. Selbst bei nur 21,5 Umdrehungen pro Minute erreichen die Flügelspitzen eine Geschwindigkeit von 137 km/h. Viel zu schnell für unsere hiesigen Vogelarten.

Für den bei uns beliebten Bussard, in dessen Revier die neue WKA entstanden, ist es zu spät. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sein Ende in einem der Ökofleischwölfe findet. Doch werden die Grünen sicher weiterhin mit Enthusiasmus Umgehungsstraßen wegen einem seltenen Feldhamster verhindern, die dann zumindest nicht mehr von dem Bussard bedroht wird. Es wird interessant werden, wie sich die Natur durch diesen radikalen Eingriff verändern wird.

Leserbrief an den Stadtspiegel Kempen



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