Selbstverständlich freuen sich Herr Emmerich, Herr Dr. Rumphorst und Herr Wuttke über die neuen Windkraftanalgen. Ersterer, weil er dabei gutes Geld verdient, was ihm gegönnt sei und die Herrn von den Grünen, weil sie ihrer Ideologie frönen können. Außerdem können alle drei lächeln, weil  keiner der Herren vom heimischen Wohnzimmer einen Blick auf diese Monster werfen muss.

Stellt sich schnell die Frage, was bringt es dem Bürger. 5 500 000 kw/h, sofern sie erreicht werden, gehen per Gesetz an die Stadtwerke Kempen, die dafür dann pro Jahr geschätzt 464.200,- € auf den Tisch legen müssen. Kein Problem, denn man kann sie ja auf die Verbraucher umlegen. Stillgelegt wird dafür allerdings kein anderes Kraftwerk, denn Strom lässt sich immer noch nicht speichern und ständige Verfügbarkeit ist ein muss. Also werden die Strompreise in Kempen zwangsläufig wieder steigen müssen. Mit jeder Umdrehung der Windräder.

Auch die Ökologische Bilanz sieht nicht besser aus. Auf Nachfrage gab Herr Emmerich einen Rotordurchmesser von 71 m an. Ergibt bei den maximalen 21,5 Umdrehungen pro Minute eine Geschwindigkeit von 137 km/h an den Flügelspitzen. Kein Problem sollte man meinen und von der Windkraftindustrie vorgelegte Studien belegen dies angeblich. Doch Dr. Freude, Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, spricht von einem unterschätzten Problem.  Systematische Untersuchungen fehlen, doch Zufallsfunde von Kadavern, darunter besonders viele Großvögel vom Bussard über Rotmilan bis zum Seeadler, sprechen eine andere Sprache. Selbst Fledermäuse gehören zu den Opfern. Erstaunlich in einem Land, in dem selbst für das Aufstellen einer Parkbank eine Umweltverträglichkeitsstudie erforderlich ist.   Vogelschützer schlagen schon Alarm, doch ihr Ruf verhallt im Begeisterungstaumel für Windkraft.  Für das Gebiet zwischen Kempen und Hüls ist  es schon zu spät. Seine Natur wird sich nachhaltig verändern.  Schade, dass die Bürger weder aufgeklärt noch gefragt wurden.

Peter Müller
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