Bei der Debatte über die Einwanderung wird von Politikern immer wieder geäußert, dass wir, das Volk, zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Einwanderungsland geworden ist. Aus welchen Gründen auch immer ist dann noch der Begriff Zuwanderung kreiert worden, was aber wohl dasselbe meint.
Nun stört mich grundsätzlich nichts daran, wenn Menschen aus fernen Ländern in homöopathischen Dosen, und damit integrierbar, zu uns kommen um hier zu leben. Was mich aber sehr stört ist, dass viele Politiker anscheinend der Ansicht sind, dass eben Ausländer darüber entscheiden können, ob wir ein Einwanderungsland sind oder nicht. Als Angehöriger des wahlberechtigten Volkes und damit Souverän dieses Staates finde ich diese Auffassung von Volksvertretern sehr eigenartig.
Nun wäre dies ja alles kein Problem, wenn es nicht zu einer Unzahl von Friktionen käme. Einmal ist fühlbar, dass viele der Zuwanderer, oder wie auch immer man sie nennen will, reine Sozialtouristen sind. Jeder höher Qualifizierte meidet Deutschland, weil er hier vom Staat geplündert wird. So etwas spricht sich genau so schnell rum wie die Vorzüge unseres Sozialsystems. Davon ab halte ich es nicht für Recht, ausgerechnet die Qualifizierten, die zum Aufbau ihrer Heimatländer beitragen könnten, abzuwerben. Es wurde uns schon vorgerechnet, wie viele Stellen ein zugewanderter Spezialist zusätzlich bei uns schafft. Schön für uns, aber damit entfallen entsprechende Arbeitsplätze in den Herkunftsländern, denen wir dann Entwicklungshilfe zahlen, weil die Wirtschaft daniederliegt. Komische Logik.
Nennen wir die Dinge ruhig mal beim Namen, die größte Problemgruppe sind die Türken, weil sie schon eine perfekte Parallelgesellschaft etabliert haben. Dazu trägt auch der türkische Staat bei, indem er z.B. die Imame bezahlt. Doch warum? Ist sein Ziel die heimliche Eroberung Deutschlands? Zugegeben wäre dies eine Möglichkeit die vielleicht auch in einigen Köpfen rumspukt. Hauptsächlich geht es der Türkei aber darum, diese Menschen aus dem eigenen Land fern zu halten, denn dort würden sie sonst auch eine Problemgruppe darstellen. Die Bildungsferne dieser Menschen stellt für die moderne Türkei auch ein Problem dar. In Istanbul gibt es Viertel, die sich überhaupt nicht von Kreuzberg und Neukölln unterscheiden. Die Klientel ist auch die gleiche, ostanatolische Landbevölkerung mit der die aufstrebende industrielle Türkei genauso wenig anfangen kann wie Deutschland. Ein guter Grund für die türkische Regierung darauf zu achten, dass es nicht zu einer Rückwanderung kommt. Für viele Staaten gilt einfach, exportierte soziale Probleme sind keine mehr.
Ob nun Zuwanderung oder Einwanderung, wir können sicherlich nicht die sozialen Probleme der Welt bei uns lösen. So stark mag sich der eine oder andere vielleicht fühlen, aber es geht um einen neuen Turm zu Babel. Es wird also interessant, wie lange das noch gut geht.